Bucher startet mit neuer Ausrichtung ins neue Jahr
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[17.12.2009] Die Entscheidung, das Verlagsprogramm neu zu fokussieren, hat vor allem zwei Gründe. Zum einen soll die in der Vergangenheit erworbene Kompetenz im expandierenden Segment Geschichte intensiver genutzt, zum anderen das Programm eindeutiger von dem der übrigen im Verlagshaus GeraNova Bruckmann angesiedelten Verlage abgehoben werden. Warum will sich Bucher neu ausrichten?
Becker-Göthel: Das Verlagshaus GeraNova Bruckmann ist in den letzten Jahren beachtlich gewachsen. Mittlerweile vereint es sechs Verlage unter seinem Dach: Bruckmann, Christian, Frederking & Thaler, J. Berg, GeraMond und Bucher. Mehr denn je braucht daher jeder der Verlage einen klar definierten Platz. Bucher hat in seiner über 50jährigen Tradition ja neben hochwertigen Bildbänden zu Reise, Natur und Tieren immer auch Raum für Kunst und Geschichte geboten. Das heißt, das Programm war zwar vielfältig, aber gerade dadurch auch wenig eindeutig. Reisebände sind nun beim Spezialisten Bruckmann sehr gut aufgehoben, Mensch, Natur und Tiere gehören jetzt ganz klar zu Frederking & Thaler. Daher haben wir uns entschlossen, die Kompetenz im Bereich Geschichte zu stärken und Bucher nun darauf zu fokussieren.
Welche Chancen sehen Sie am Markt?
Becker-Göthel: Das Segment entwickelt sich gerade auch in Krisenzeiten mehr als stabil. Mit einer reichen Bebilderung wollen wir interessierten Lesern die Vergangenheit spannend, unterhaltsam, vor allem aber auf Augenhöhe nahebringen. Für ein so ausgerichtetes Programm sehe ich gute Chancen am Markt.
Welche Zielgruppen haben Sie dabei im Auge?
Becker-Göthel: Die Frage, ob sie sich für Geschichte interessieren, werden vor allem klassische Bildungsbürger bejahen. Darüber hinaus gibt es aber sehr viel mehr Menschen, die sich beispielsweise gern mit Ihrer Heimat befassen, ohne dass sie sich ausdrücklich als geschichtsinteressiert bezeichnen würden. Wir wollen einen breiten Leserkreis über die Themen, die Aufmachung, spannende Texte und einen hohen Bildanteil ansprechen.
Wie kann man das in eine Programmphilosophie übersetzen?
Becker-Göthel: In unserer globalisierten Welt suchen wir alle nach Halt, den persönlichen Wurzeln, der eigenen Identität, schlicht nach Vertrautem. Alltag und Schicksale, die Entwicklung gewohnter Orte, eine menschliche Sicht auf große Ereignisse: darauf werden wir unseren Blick lenken und einfach einladen in die Vergangenheit.
Was kommt im nächsten Jahr konkret auf die Leser zu?
Becker-Göthel: Ich freue mich sehr, dass wir das Begleitbuch zu der Fernsehreihe „Der Krieg“ in der ARD machen, die im Ausland bereits Furore gemacht hat. Es ist eine neuartige und provokante Sicht auf die Menschen im Zweiten Weltkrieg. Die Autoren zeigen anhand von 600 weitgehend neu entdeckten Fotos detailliert, was das Grauen und die Gewalt des Krieges für den Einzelnen bedeuteten. Es sind sehr bewegende Bilder, die in mühevoller Kleinarbeit und mit Unterstützung von Fachhistorikern nachkoloriert worden sind. Die Fernsehreihe war in Frankreich und Belgien ein Straßenfeger und wurde in vielen weiteren Ländern von Japan bis USA mit großem Erfolg ausgestrahlt.
Außerdem werden wir eine Reihe mit stark bebilderten Biografien starten, für die wir sehr unterschiedliche Jubilare des kommenden Jahres ausgewählt haben. Dazu zählen zum Beispiel John Lennon aus Anlass des großen Beatles- und Lennon-Jahres oder der Mediziner und Nobelpreisträger Robert Koch, dessen Todestag sich 2010 zum 100. Mal jährt.
Schließlich starten wir drei neue regionalgeschichtliche Reihen mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten: „Wir Bayern“ und „Wir Sachsen“ bieten im Bildbandformat augenzwinkernde Nachhilfe in Sachen Heimat. „Wie es damals war“ im Schwarzwald beziehungsweise in Brandenburg lässt das Landleben des frühen 20. Jahrhunderts in vielen alten Fotos wieder aufleben. Für den Herbst bereiten wir darüber hinaus eine sehr schön ausgestattete Reihe mit Stadtansichten vor.
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